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Im Mai gingen die Kinder der altersgemischten Gruppe einer ganz besonderen Frage nach: Wo kommt eigentlich unser Essen her? Im Speziellen: das Mittagessen der VAUDE Kantine. Erste Anlaufstelle war deshalb eben diese. Koch Wolfgang ließ uns nochmals genau in sein Lager schauen. Dort fanden wir „vor allem Gemüse, denn das steckt voller Vitamine, die uns gesund machen“, wie er uns erklärte. Als wir gerade ein paar Lebensmittel probieren konnten und feststellten, es gibt gar nicht nur lecker, sondern auch salzig, würzig, süß, sauer und scharf, kam Matze um die Ecke und nahm uns mit in den Wareneingang zur Lebensmittelanlieferung. Da kommen also die Lebensmittel her! Aus dem Lieferwagen? Nein, genauer gesagt vom Biohof in Schauwies. Dort arbeitet Matze als Gärtner.

Am nächsten Tag besuchten wir Matze vor Ort. Er zeigte uns die Gewächshäuser und Felder, auf denen angebaut wird. Dabei erklärte er uns den Begriff Bio: die Gärtner dürfen kein Gift verwenden, deshalb halten sie Laufenten, die die Nacktschnecken essen und Hummeln, die die Schädlinge auf den Tomatenpflanzen vernichten. Kein Gift? Das hört sich gut an und Spritzen, also „gespritzt werden“ mögen auch wir nicht… Nach einem kurzen Blick ins Lager, wuschen wir unser frisch geerntetes Gemüse und probierten direkt ein Mal. Dabei mochten wir besonders gerne die Mairübe, die zuvor noch niemand kannte. Als Geschenk erhielten wir einige Setzlinge für unseren Kinderhausgarten und frisches Gemüse zum Verarbeiten im Kinderhaus. Im Hofladen schließlich entdeckten wir aber auch Obst, welches nicht auf dem Biohof wachsen kann. Matze erklärte uns, dass er Bioobst und gemüse auch zukauft, aber nichts was mit dem Flugzeug geflogen ist, da dass die Umwelt zu sehr belastet.

Dieser Thematik gehen wir im Kinderhaus genauer auf die Spur und kaufen mit einer großen Landkarte selber ein. Schnell sehen wir, dass eine Ananas aus Südamerika gar nicht mit dem Lastwagen zu uns fahren kann. Für vieles brauchten wir verschiedene Transportmittel, die Abgase verursachen. „Das ist der Rauch, der beim Auto hinten raus kommt!“, „Beim Flugzeug sieht man zwei Streifen am Himmel.“ Da Diese der Schutzschicht um die Erde herum gefährlich werden, wollen wir sie möglichst verringern. Schnell wurde den Kindern klar: umso näher das Obst und Gemüse wächst, umso besser für die Umwelt.

Im Freispiel vertieften wir unser Wissen über Saisonalität und Regionalität, was für eine nachhaltig gesunde Ernährung, die mit dem Kantinenessen angeboten wird, sehr wichtig ist. Dabei standen den Kindern ein Memory sowie verschiedene Kinderbücher zur Verfügung. Auch die Puppenwohnung wurde thematisch umgestaltet und ein Einkaufsladen eingerichtet. Die Kinder sortierten Obst und Gemüse nach ihrer momentanen Verfügbarkeit. Nur was momentan in Deutschland auch wuchs, gab es im Laden zu kaufen. Besonders die jüngeren Kinder nützten gern das Spielangebot und stellten schnell klar: „Im Laden darf man nichts essen, da schimpft sonst die Frau!“.

Die Lebensmittel, die wir in Schauwies geschenkt bekommen hatten, verarbeiteten wir zu einem leckeren Gemüseauflauf. Dabei probierten wir Kohlrabi, Mairübe und Karotte im rohen und zum Vergleich im gekochten Zustand. Die kinder waren sehr engagiert bei der Sache und zeigten eine große Vorliebe für die Mithilfe in der Küche. So backten wir gleich ein paar Tage später einen Karottenkuchen mit der „guten Bio-Schokolade“ als Dankeschön für die Kantine, die uns immer so lecker bekocht. Schokolade gesund und nachhaltig? Ja, das geht! Als Beispiel für nachhaltige Produktion beschäftigten wir uns auch mit der „guten Bio-Schokolade“ von „Plant for the Planet“, denn diese enthält Milch von glücklichen Kühen (dank entsprechender Tierhaltung) und Kakao von glücklichen Bauern (die gerecht für ihre Arbeit entlohnt werden). Außerdem wird für den Verkauf von 3 Tafeln Schokolade ein Baum gepflanzt. Da wir diese Organisation unterstützen wollten, haben wir eine Verkostungsaktion in der Kantine veranstaltet. Für diesen Anlass hatten die Schulkinder Plakate über die Ausflüge in die Kantine und nach Schauwies gestaltet, sodass auch die Kantinenbesucher sich informieren konnten, wo ihr Essen her kommt. Außerdem liefen die Größeren mit Tabletts voll Schokolade durch die Tischreihen, um alle Besucher von deren Geschmack zu überzeugen. Seitdem gibt es sie nämlich in der Kantine zu kaufen. ein Besuch lohnt sich also jetzt noch mehr!

Zurück zum Kinderhaus: Die Setzlinge aus Schauwies pflanzten wir in ein neues Hochbeet und in übrige Blumentöpfe. Tag für Tag beobachteten die Kinder dann ihren Wachstum und freuten sich, wenn sie das Gießen übernehmen. Zum Projektabschluss luden wir die Eltern ins Kinderhaus ein, denn eine besondere Aktion wartete auf die Kinder: sie setzten einen Apfelbaum in den Kinderhausgarten. Damit verringern wir zum Einen den Transportweg für einen Teil unserer Äpfel und können sie CO2-neutral genießen. Zum Anderen hilft der Baum die Luft zu reinigen, was uns nachdem, was wir nun über Transportwege und deren Folgen für die Umwelt wissen, besonders wichtig ist. Eines ist uns nun allen klar: Jeder von uns hat es selbst in der Hand, etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Und so wie ein Finger allein einen Apfel nicht heben kann, so brauchen wir die Mithilfe Vieler, um unsere Erde gesund zu halten.

Mit der Verkostungsaktion nehmen wir an den diesjährigen Nachhaltigkeitstagen teil. Das Projekt wurde beim Ideenwettbewerb der Kleinen HeldeN! eingereicht. Weitere Impressionen zum Projekt gibt es in der Bildergalerie.